Schach

Neben dem regelmäßigen Training nehmen wir an der LBSV-Liga teil, sowie an verschiedenen Turnieren. Informationen hierzu bei Spartenleiter Axel Brandt.

Treffen: immer mittwochs, 16 Uhr
Ort: Feuerwehrgebäude (116)

 

Geschichte des Schachspiels
Den Ursprung des Schachspiels vermutete man lange in Indien, in den letzten Jahren allerdings mehrten sich die Indizien, die nun eher für China als zumindest gleichberechtigten Ursprungsort sprechen. Es ist verwandt mit Xiangqi (Chinesischem Schach) in China und Shōgi in Japan. In Indien entstand vermutlich in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung aus dem dort traditionellen 8x8-Felder-Brett unter grundlegenden Motiven und Figuren des ur-chinesischen Schachs das Spiel Chaturanga (Bedeutung: "vier Elemente" oder "vier Teile").

Die vier Teile der Armee waren Rath (Streitwagen: Turm), Ashwa (Pferd: Springer), Haathi (Elefant: Läufer) und Sainik (Soldat: Bauer).

Die Züge wurden durch Würfeln bestimmt. Daraus entwickelte sich um das Jahr 600 das Zweischach Schatrang. Eine zusätzliche Figur, der Farsin (Ratgeber des Königs, heute Dame) wurde eingeführt. Die Spieler bestimmten nun selbst, mit welcher Figur sie ziehen wollten. Am Ende des 6. Jahrhunderts wurde dieses Spiel unter dem Namen Shatranj (sprich: Schatrandsch) in Persien bekannt. 

Persien und Islamische Expansion 
Von Persien aus gelangte es ins Oströmische Reich (nach Konstantinopel, dem heutigen Istanbul in der Türkei) und verbreitete sich, nachdem die Moslems Persien erobert hatten, auch in der islamischen Welt bis zur Iberische Halbinsel. Die Waräger brachten das Schachspiel aus dem damaligen Konstantinopel („Miklagard“) nach Russland, wo es seit Anfang des 8. Jahrhunderts gespielt wird. Auf der Iberischen Halbinsel wurde das Schachspiel von den Mauren im 10. Jahrhundert eingeführt und von sephardischen Juden in den angrenzenden Ländern verbreitet.

Verbreitung in Europa
Der älteste europäische Text, in dem die Regeln des Schachspiels enthalten sind, ist eine in hebräischer Sprache verfasste Reimdichtung des judenspanischen Dichterphilosophen Abraham ibn Ezra (1089–1164). Im 13. Jahrhundert wurde im Auftrag von Alphonso X. von Spanien ein berühmtes Spielmanuskript über Schach, Backgammon und das Würfelspiel, genannt Libro de los Juegos, verfasst. Von Spanien aus verbreitete sich Schach nach Italien und in die Provence. Daher auch die Namen sehr alter Eröffnungen, beispielsweise der Spanischen Partie und der Italienischen Partie.

In der Literatur des deutschen Raums wurde Schach erstmals um 1050 erwähnt. Ein unbekannter Mönch verfasste im Kloster Tegernsee den lateinischen Versroman Ruodlieb, in dem ein Besucher am Hofe des Königs durch seine Meisterschaft im Schachspiel Aufsehen erregt.

Schach gehörte seit dem Beginn des 13. Jahrhunderts zu den sieben Tugenden der Ritter. Jacobus de Cessolis verfasste Anfang des 14. Jahrhunderts die allegorisch-moralische Schrift De moribus hominum et officiis nobilium super ludo scaccorum, die zu den ältesten abendländischen Quellen über das Schachspiel gehört und im Mittelalter weit verbreitet war.

Im deutschen Sprachgebiet wurden das Spiel und auch das Schachbrett Schachzabel genannt. In ihrem Gefolge fanden auch volkssprachige Schachallegorien (Schachzabelbücher) weite Verbreitung. In diesen Büchern geht es weniger um die Technik und Regeln des Spiels als um eine belehrende Darstellung des Lebens und der Gesellschaft anhand des bildlichen Vergleichs mit dem Schachspiel.

Neuzeit
Honoré Daumier, Schachspieler, 1863. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts setzten sich die modernen Schachregeln durch: Bauern dürfen bei ihrem ersten Zug zwei Felder weit ziehen, Läufer dürfen diagonal beliebig weit ziehen (zuvor sprangen sie genau zwei Felder weit), und die Dame darf in alle acht Richtungen beliebig weit ziehen (zuvor nur ein Feld diagonal), wodurch sie von der schwächsten zur mächtigsten Figur auf dem Brett wurde.

Durch diese Änderungen gewann Schach an Tempo, was ihm zu höherer Popularität verhalf. 1497 erschien ein Schachlehrbuch von Luis Ramírez Lucena. Um das Jahr 1500 entstand die Göttinger Handschrift, darin werden die neuen Spielregeln und verschiedene Eröffnungen beschrieben. Im Jahr 1616 wurde das erste Schachlehrbuch in deutscher Sprache gedruckt: „Das Schach- oder König-Spiel“ von Gustavus Selenus. Eine Kuriosität aus dieser Zeit sind die bis ins 19. Jahrhundert beibehaltenen Sonderregeln in dem Schachdorf Ströbeck, z. B. für die Bauernumwandlung.

Im Jahr 1769 baute Wolfgang von Kempelen den berühmten Schachtürken. In Europa wurde das Schach zu einem Lieblingsspiel des Bürgertums. Die Regeln wurden seit dem frühen 19. Jahrhundert kaum noch verändert. Ab 1813 erschien im Liverpool Mercury die erste Schachspalte. Im Jahr 1834 fand in London eine Serie von Wettkämpfen zwischen Alexander McDonnell und Louis de La Bourdonnais statt. 1846 erschien erstmals die Deutsche Schachzeitung.

Die heute allgemein übliche Figurenform, genannt Staunton, wurde 1849 von Nathaniel Cook kreiert, von dem damals führenden Spieler Howard Staunton propagiert und 1924 vom Weltschachverband (FIDE) bei dessen Gründung übernommen. Adolf Anderssen gewann das internationale Schachturnier in London 1851. 1867 wurden bei Schachturnieren erstmals mechanische Schachuhren verwendet. 1870 wurde das erste Schachturnier in Deutschland in Baden-Baden ausgetragen. Im Jahr 1877 wurde der Deutsche Schachbund gegründet. Wilhelm Steinitz und Johannes Hermann Zukertort spielten 1886 den ersten offiziellen Wettkampf um die Schachweltmeisterschaft.

20. Jahrhundert
1924 wurde in Paris der Weltschachbund Fédération Internationale des Échecs gegründet. 1927 fand in London die erste Schacholympiade statt. Nach dem Tode Aljechins 1946 übernahm die FIDE die Veranstaltung der Schachweltmeisterschaft.

Ab 1945 zeigte sich eine deutliche Überlegenheit der staatlich geförderten Sowjetischen Schachschule gegenüber den westlichen Schachmeistern. Der Sieg von Bobby Fischer über Boris Spasski im so genannten Match des Jahrhunderts wurde daher in der Zeit des Kalten Krieges propagandistisch verwertet

Ansprechpartner

Spartenleiter: Axel Brandt
T.: 04207-1471