Saisonfinale für das Team der SG Stern Bremen

Über 200 Starter beim letzten 3. Stunden Rennen zur Rundstrecken Challenge Nürburgring 2015

Für das Team der SG Stern Motorsport stand am 24./25.10.2015 der letzte Lauf einer bisher sehr erfolgreichen Motorsportsaison auf dem Plan. Bei insgesamt sechs Läufen zur RCN lief der Mercedes-Renner konstant schnell und kam ohne nennenswerte technische Probleme beulenfrei ins Ziel. Verdienterweise feierte das Team daher 2015 bereits sechs Klassensiege in Serie und diese Serie galt es mit Klassensieg Nummer 7 aufrecht zu erhalten.

In den Wochen vor dem letzten Lauf wurde die Zeit nochmals genutzt, um den Renner weiter zu optimieren. In den Hallen der Berufsausbildung im Bremer Mercedes-Benz Werk wurde das Kühlerpaket am Motor leicht verändert, da Datenaufzeichnungen auf erhöhte Motortemperaturen mit einhergehendem leichtem Leistungsverlust hinwiesen.

Zuversichtlich eine Lösung gefunden zu haben, ging es am Samstagmorgen Richtung Eifel zur legendären Nürburgring Nordschleife. Da neben der RCN mehrere Rennserien wie z.B. die Youngtimer Trophy ein Rennen am Wochenende absolvierte, war das Fahrerlager mit knapp 400 Fahrzeugen entsprechend gut gefüllt. Für den Samstag stand lediglich die Papier- bzw. technische Abnahme und das Einräumen der Box für die Mannschaft auf dem Plan. Anschließend ging es am späten Nachmittag ins Hotel und alle gingen nach einem gemeinsamen Abendessen gestärkt für den Rennsonntag früh ins Bett.

Gegen 7:00 Uhr klingelten bereits die Wecker, da vor dem eigentlichen Rennstart um 15:00 das morgendliche Zeittraining für die schlussendliche Startaufstellung zu absolvieren war. Danyel Kahrs ging als einer der ersten Fahrer der insgesamt über 200 Fahrzeuge auf die Strecke, um eine möglichst freie Runde zu erwischen. Leider kam er bereits in seiner ersten Runde im Streckenabschnitt Kesselchen aufgrund eines Unfalls in eine langgezogene Gelbzone, wo er entsprechend langsam fahren musste. Danyel befürchtete, dass die Bedingungen auf der Strecke durch weitere Unfälle schlechter werden könnten und übergab nach zwei Trainingsrunden den Renner an seinen Bruder Simon. Nach zwei gezeiteten Runden kam auch Simon an die Box. An wirklich schnelle Rundenzeiten war nicht zu denken, da noch immer in sehr vielen Streckenabschnitten die gelbe Flagge gezeigt wurde, um die verunfallten Fahrzeuge bergen zu können. Das Team entschied sich daher, das Qualifying vor Ablauf der regulären Zeit zu beenden und das Fahrzeug für das Rennen vorzubereiten. Zwar purzelten in den letzten Minuten des Trainings die Zeiten noch etwas und der Mercedes wurde nach hinten gereicht, doch mit Startplatz 103 wurde eine ordentliche Startposition erreicht.

Für die Renndistanz von drei Stunden wurde der Renner mit neuen Slicks ausgestattet und Danyel fuhr als Startfahrer pünktlich in den Vorstart. Den fliegenden Start meisterte er problemlos und nach einer hektischen ersten Runde sortierte sich das Feld allmählich. Danyel konnte trotz der vielen Fahrzeuge und den damit verbunden Überholvorgängen seine Rundenzeiten stetig verbessern. Die Konkurrenz von BMW in unserer Klasse war schon nach Runde 1 abgeschlagen und Danyel konnte sich bei seinem Vormarsch im Gesamtklassement in der Klasse absetzen.

Nach knapp 1,5 Stunden Renndistanz holte das Team Danyel zum ersten von zwei fälligen Pflichtstops an die Box. Die Zeit wurde zum Nachtanken und dem obligatorischen Fahrerwechsel genutzt. Simon übernahm das Steuer, nachdem Danyel ihm hastig die aktuelle Situation auf der Strecke schilderte. Viel Dreck und Ölbindemittel in vielen Streckenabschnitten, dazu einige unerfahrene Mitstreiter, die offensichtlich vergeblich die Ideallinie suchten. Mit den mahnenden Worten im Kopf ging Simon auf die Piste. Der Renner lief wieder wie ein Uhrwerk und die vier Runden bis zum verabredeten zweiten Pflichtstop vergingen für Simon wie im Flug. Als Simon die Box verließ war es noch knapp eine Stunde bis zum Rennende. Der Klassensieg schien greifbar nahe, da der zweitplatzierte BMW bereits knapp eine Runde Rückstand hatte. Die Dämmerung setzte jedoch zügig ein und die Nürburgring Nordschleife bei völliger Dunkelheit zu umkreisen, war für Simon eine ganz neue Erfahrung. Brems- und Einlenkpunkte verloren sich in der Nacht und Simon erwischte sich des Öfteren wie er unter seinem Helm zu sich selber sagte 'Das ist verrückt, völlig verrückt...!'

Für das Team hatte das Warten und Hoffen an der Boxenmauer um kurz nach 18:00 Uhr ein Ende. Auf Gesamtrang 59 und mit Klassensieg Nummer 7 bei 7 Starts in dieser Saison kam der Mercedes wiederum ohne einen Kratzer ins Ziel. Nach einer tollen Saison belegt das Team in der RCN Jahreswertung Position 41 von über 500 Teilnehmern im Jahr 2015 und geht stolz in die hoffentlich nicht allzu lang andauernde Winterpause.

Bericht: Simon Kahrs 

Ansprechpartner

Spartenleiter: Simon Kahrs
T.: 0421 419-6567